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Anträge / Initiativen
Drucksachennummer: 17/23733

14.09.2018

Antrag der Abgeordneten
Unterländer Joachim, Heckner Ingrid, Fackler Wolfgang, Fröschl Markus, Gerlach Judith, Hölzl Florian, Dr. Hopp Gerhard, Huber Thomas, Imhof Hermann, Vogel Steffen, Wittmann Mechthilde



Unterländer Joachim

CSU

Teilzeitausbildung stärken



Der Landtag wolle beschließen:

Die Betreuung von Kindern oder die Pflege Angehöriger sollen einer Berufsausbildung nicht im Wege stehen. Eine Teilzeitausbildung kann für viele Betroffene eine Brücke sein, berufliche Ausbildung und Familienarbeit unter einen Hut zu bekommen.
Der Freistaat unterstützt schon bisher Modelle für mehr Teilzeitausbildungsmöglichkeiten. Bisher werden aber dennoch nur wenige Ausbildungsverträge in Teilzeit abgeschlossen. Um die Ausbildung in Teilzeit in Bayern zu stärken, muss an mehreren Stellen angesetzt und müssen bestehende Instrumente intensiver genutzt werden. Daher wird die Staatsregierung aufgefordert,

1. die Teilzeitausbildung als eine wichtige Möglichkeit zur Stärkung der beruflichen Bildung, zur Vereinbarkeit von Familie und Ausbildung (Beruf) sowie zur wirksamen Bekämpfung des Fachkräftemangels weiterhin gemeinsam mit den Partnern als gemeinsames Schwerpunktthema im Rahmen der Allianz für starke Berufsbildung voranzutreiben und noch stärker zu bewerben. Dabei sollte ebenfalls jeweils eine Öffnung für weitere Personengruppen angestrebt werden.
2. die Teilzeitausbildung als Schwerpunktthema in einer Fachkräfte-Initiative Bayern zu verankern.
3. die Teilzeitausbildung im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten, Stellen und Mittel in der schulischen Ausbildung bedarfsgerecht zu unterstützen.
4. sich dafür einzusetzen, dass der Lebensunterhalt für Auszubildende in Teilzeit gewährleistet wird, insbesondere, dass eine schulische Berufsaus- oder Aufstiegsfortbildung in Teilzeit im Rahmen des Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) oder des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFBG) anerkannt und unterstützt werden kann.
5. die bestehenden Strukturen und Förderkonzepte zur Unterstützung der Teilzeitausbildung weiterzuentwickeln. Die individuelle Begleitung, Hilfe und Unterstützung von Betroffenen im Rahmen der geförderten Projekte hat sich bewährt. Projekte oder Unterstützungsmaßnahmen über Programme wie »Fit for Work« sind im Rahmen vorhandener Mittel und Stellen bzw. verfügbarer Fördermittel des Europäischen Sozialfonds fortzuführen.
6. umfangreiche und flächendeckende Beratungs- und Unterstützungsangebote gemeinsam mit den Arbeitsmarktakteuren vor Ort zu stärken und dabei auch die Schaffung von Stellen im regionalen Bezug im Rahmen vorhandener Mittel und Stellen voranzutreiben, um die bessere Koordination und Vernetzung aller relevanten Akteure im Bereich der Teilzeitberufsausbildung sicherzustellen.
7. sich weiterhin gemeinsam mit den Kommunen, den Trägern der Kindertagesstätten, den Agenturen für Arbeit, den Jobcentern und den Trägern von Beratungsstellen um passende Kinderbetreuungsmöglichkeiten zu bemühen, die flexibel den Bedarfen von Eltern in Teilzeitausbildung entsprechen können.8. weiterhin die regionale Mobilität sicherzustellen und zu verbessern, die gerade auch den Menschen in Teilzeitausbildung die Vereinbarkeit von Familie und Ausbildung ermöglicht.
9. sich weiter auf Bundesebene für eine Erhöhung der monatlichen SGB II-Leistungen während einer abschlussorientierten Weiterbildung (z.B. durch Erhöhung des Grundfreibetrag für erzielte Einnahmen) einzusetzen.



Der Ausschuss für Arbeit und Soziales, Jugend, Familie und Integration des Bayerischen Landtags hat sich in einem Fachgespräch am 28. Juni 2018 intensiv mit Expertinnen und Experten über Möglichkeiten ausgetauscht, wie Teilzeitausbildungsmöglichkeiten verbessert werden können. Das Fachgespräch förderte zahlreiche Ansätze heraus, mit denen die Teilzeitausbildung in Bayern gestärkt werden könnte.

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